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Vom Wollen und Bekommen – oder: wie du deine Ziele wirklich erreichst

Ich bin schlecht darin aufzuräumen und Ordnung zu halten.

Das kann dir jeder bestätigen, der mit mir zu tun hat oder schon mal in meinem Büro war. Nicht, dass ich aufgeräumte Zimmer nicht mag – ich find es auch toll einen leeren Schreibtisch zu haben.

Aber es ist anstregend! …und zeitaufwendig…und nervig..und ich hab einfach keine Zeit aufzuräumen. Ständig gibt es etwas Wichtigeres!

Das Fazit: ich bin einfach unordentlich und daran bin nur ich selbst Schuld. Und dessen bin ich mir absolut bewusst.

Was hat das Ganze nun mit meinem Ernährungsblog zu tun? Ganz einfach – es geht um Prioritäten!

Wenn etwas nicht deine Priorität ist, dann wird es sich nicht von alleine erledigen oder verändern! Ist dir klar? Ja, wirklich? In allen Bereichen?

Ich habe oft Kunden, Bekannte, Freunde, die mir erzählen, was sie für Ziele haben, gerne verändern wollen, wieviel sie abnehmen möchten ect. Die meisten machen eine Beratung, kaufen einen Ernährungsplan, gehen ein oder vielleicht sogar zweimal ins Training – und sind nach drei, vier Wochen frustriert, dass sich ihre Wünsche nicht  erfüllt haben.

Nun kannst du argumentieren, dass eben alles seine Zeit braucht. Natürlich lassen sich die jahrelang angefutterten hartnäckigen, überschüssigen Kilo nicht in vier Wochen in Luft auflösen – dass ist hoffentlich auch dir klar. Aber weißt du, wo meines Erachtens nach der größere Haken ist?

Im Setzen von Prioritäten!

Natürlich sollst du nicht plötzlich 16 Stunden am Tag nur über Salat und Reiswaffeln nachdenken (wäre übrigens auch nicht zielführend) und natürlich will ich niemanden sieben Tage die Woche beim Training sehen (auch das wäre nicht unbedingt gesundheitsfördernd), aber wenn ich einmal die Woche ne Stunde Training mache und die restlichen 167 Stunden der Woche sitze, liege oder nur minimal aktiv bin, wird sich nicht viel ändern.

Beim Essen ist es das Gleiche. Wenn ich der Meinung bin, dass heute zum Frühstück das Nutella-Brötchen schon nicht so schlimm ist (ich esse ja einen Apfel danach), zum Mittag der Bäcker am einfachsten ist (ich hatte ja gestern beim Abendessen die ganze Zeit mein Handy in der Hand und konnte mir nicht gleichzeitig etwas für den nächsten Tag vorbereiten) und ich mir heute zum Abendessen unbedingt etwas gönnen muss, weil der Tag so stressig war, dann werde ich ganz sicher keinen Erfolg erzielen!

Und genau das sollte dir klar sein. Ja, es ist unangenehm sich einzugestehen, dass du selbst Schuld hast. Es ist auch unbequem dir einzugestehen, dass du scheinbar andere Prioritäten hast. Und noch unbequemer ist es, aus dieser Kompfortzone auszubrechen. Ich weiß das. Das ist bei meinem Tick zur Unordnung genauso.

Merke dir: Wenn du tust, was du immer getan hast, dann wirst du erreichen, was du bisher erreicht hast!

Lies dir diesen Satz bitte mindestens zehnmal nacheinander durch. Das ist mein Ernst!

Erkennst du, was er aussagt? Verstehst du, dass das dein gesamtes Leben betrifft? Es geht um das, was du im Job schaffst, was du in deinem Training schaffst und auch, was du in Bezug auf deine Gesundheit schaffst! Achtsamkeit. Das ist an dieser Stelle vielleicht genau das richtige Wort. Sei achtsam mit dir und mit dem, was du tust, sagst, denkst. Ist es die Wahrheit?! Oder ist es eine bequeme (aber leider zurechtgelegte) Ausrede?

Natürlich muss du nichts hinterfragen – nicht, wenn du alles so lassen möchtest, wie es ist 😉

Aber willst du wirklich etwas verändern, etwas erreichen, dann musst du etwas dafür tun. Du musst nicht perfekt sein – aber ehrlich zu dir selbst!

Um endlich zurück zum Thema Ernährung zu kommen, rate ich dir folgendes:

Frage dich, was du willst – so genau, wie möglich.

Du willst nicht einfach nur „schlanker“ sein oder „abnehmen“. Wie viel genau? Welche Kleidergröße? Oder ist es eher „figurformen“ und nicht abnehmen? Hast du ein Bild von dir, wo du so aussahst oder ein Bild von jemand anderem, der so aussieht? Dann häng es dir an den Spiegel im Bad! Ein Hinweis noch: bitte sei realistisch!

Bridget Jones wird nie Heidi Klum sein – und das ist auch gut so!

Verbinde dein Ziel mit einem „Warum“. Nur ein starkes „Warum“ wird dich dazu bringen, deine Prioritäten zu ändern.

Hinterfrage dein Ziel ganz genau. Wieso willst du dieses oder jenes erreichen? Für dich? Sei ehrlich! Frage tief! Mindestens fünf Ebenen tief. Erst dann kommst du deinem wirklichen „Warum“ auf die Schliche.

Hier ist ein Beispiel: (ja – es ist provozierend und das soll es auch).

Du willst abnehmen. Warum? Weil du attraktiver sein willst. Warum? Weil du auf deinen Mann anziehender wirken willst. Warum? Weil du Angst hast, dass er anderen Frauen nachschauen könnte. Warum? Weil du das Gefühl hast, er beachtet dich nicht mehr so, wie am Anfang eurer Beziehung. Meinst du, das liegt an deiner Figur? Meinst du, dass die Veränderung deiner Figur die Probleme in deiner Beziehung wirklich lösen wird?

Klar, werden alle sagen, dass sie nur abnehmen, um sich selbst zu gefallen. Aber ehrlich? Das stimmt nicht. Als einziger Mensch auf einer einsamen Insel wäre es uns völlig schnuppe, wie wir aussehen. In unserer Gesellschaft ist es das allerdings nicht. Das ist auch nicht schlimm. Wir dürfen das Bedürfnis haben anderen gefallen zu wollen – solange wir uns nicht gänzlich aufgeben und verstellen müssen.

Wichtig ist eins: werde dir im Klaren, wofür du es wirklich tust, denn nur dann kann dein Innerstes auch danach handeln.

Höchste Priorität sollten du und deine Gesundheit sein. Wenn du damit dann deinem Mann / deiner Frau, dem Freund oder wem auch immer gut gefällst – prima. Sieh es als Bonus an.

Was bist du bereit für dein Ziel zu opfern? Ja – ich spreche von Opfern.

Denn so fühlt es sich an, wenn du aus deiner Kompfortzone heraustrittst – wie ein schmerzliches Opfer. Es ist angenehm morgen einfach zehn Minuten länger zu schlafen, anstatt dir etwas anständiges zum Frühstück vorzubereiten. Oder mittags einfach zum Backshop nebenan zu gehen, als fünf Minuten weiter zu laufen und noch drei Euro mehr für das warme Mittag mit Gemüseanteil auszugeben. Oder besser: abends einfach auf der Couch die Füße hochzulegen, einen Film zu schauen und was zu knabbern, anstatt zum Sport zu gehen.

Sei dir bewusst – Veränderung tut weh! Manchmal mehr, manchmal weniger, aber ohne einen Ziehen hier oder ein Stechen da kommst du aus der Sache nicht raus!

Wieso das Ganze, wenn es so anstrengend ist? Weil es nicht um ein paar Minuten länger schlafen oder die Abende vor dem Fernseher geht. Oder um den ein oder anderen gesparten Euro beim Essen. Sondern um die Jahre, die du gesund alt werden kannst, die Jahre, die du nicht im Altenheim gepflegt werden musst, die vielen Nebenwirkungen der Medikamente, die du nicht nehmen musst und die angenehme Zeit, die du mit deinen Lieben verbringen darfst. Genau darum geht es in meiner Vorstellung von gesundem Leben.

Sixpack? Dicker Bizeps? Size sero? Netter Nebeneffekt, aber weder von Dauer, noch das non plus ultra. Ich fände es sehr schade, wenn du deinen Wert nur darüber definierst.

Hast du also dein Ziel klar vor Augen, kennst dein „Warum“ und bist bereit etwas zu ändern, dann stehen dir nur noch zwei Dinge im Weg: die Zeit und das Leben!

Mit Zeit meine ich, dass du Dinge kontinuierlich tun musst, um langfristig Erfolg zu haben. Du musst auch täglich Zähne putzen, um sie gesund zu erhalten, nicht nur zweimal pro Woche.

Und mit Leben meine ich, dass durchaus mal etwas nicht so läuft, wie du es dir vorgestellt hast. Du wirst krank und kannst nicht zum Training, es gibt in einer Woche drei Geburtstage und fünf Hochzeiten und du möchtest nicht überall auf die leckeren Köstlichkeiten verzichten. Oder du bist auf Geschäftsreise und beim Meeting gibt es kontinuierlich Kaffee, Kekse und Kuchen. Das macht nichts! Nimm es gelassen. Du wählst abends eben den gedünsteten Fisch mit einer extra Portion Gemüse statt das Schnitzel nach Art des Hauses und das Bier dazu. Du versuchst zwischen den Hochzeiten einfach mehr Wasser zu trinken, mal eine Mahlzeit ausfallen zu lassen und konzentrierst dich auf frisches Gemüse. Und deine Sporteinheiten holst du Stück für Stück nach, wenn du dich auskuriert hast.

Schließlich ist für deinen Weg nicht wichtig, dass du kurz stehen geblieben bist, sondern nur, dass du weiter gehst und nicht zurückkehrst, zu den alten Gewohnheiten.

In diesem Sinne – Kopf hoch, sei ehrlich zu dir und deinen Zielen und fang einfach an 🙂

Wenn ich mir die Fragen von oben selbst stelle, dann komme ich zu dem Ergebnis, dass Aufräumen definitiv nicht zu meinen Prioritäten gehört. Ich würde keine Opfer bringen wollen, um ordentlicher zu werden. Zumindest ist es momentan so. Aber eines weiß ich: wenn ich es wirklich wollen würde und ich es zu einer Priorität mache, dann schaffe ich es auch!

In Bezug auf Ernährung ist es übrigens ein guter Beginn den Zucker aus deinem Speiseplan zu streichen. Hier erfährst du, wieso du ihn nicht brauchst und wie du ihn am besten los wirst.

Was sind deine größten Probleme bei der Umsetzung neuer Vorhaben? Schreib mir einen Kommentar!

 

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{ 4 Kommentare… add one }
  • Nadine Reichenbach Mai 30, 2017, 11:04 am

    Hey Katja,
    toller Artikel. Ich finde mich doch in einigen Punkten wieder. Selbst mir als Trainer fällt es in einigen Bereichen schwer konsequent zu sein. Beim Training ist es bereits eine Gewohnheit und dient schon als Belohnung. Bewegung = Belohnung!
    Gestern Abend z.B. habe ich nach meinem Kettlebell Kurs selber eine spontane Einheit eingeschoben, als Belohnung, mit schöner Musik. Danach fühlt man sich einfach super.
    Für mich ist der Punkt Zuckerverzicht wirklich super schwer. Ich weiß wie schlimm dieses Teufelszeug ist und beginne jetzt Schritt für Schritt darauf zu verzichten.

    • Katja Graumann Mai 30, 2017, 12:47 pm

      Ja, das mit dem Zucker ist nicht so leicht. Aber nur zu Beginn. Wenn ich daran denke, wie gerne ich früher Süßkram gegessen habe und schwer es mir gefallen ist, weniger davon zu essen… Und heute ist das überhaupt kein Problem mehr. Ganz im Gegenteil – ein Eis oder was anderes Süßes überlege ich mir dreimal. Nicht, weil ich ein schlechtes Gewissen oder so hätte, sondern weil ich weiß dass es mir nach dem kurzen Genuß dann schlecht geht und quasi „Kosten – Nutzen“ in keinem Verhältnis stehen. Und ja, ich genieße auch gerne mal, aber ich bin froh, darüber wesentlich mehr Kontrolle zu haben. Inzwischen 🙂

  • Sabrina Mai 31, 2017, 6:18 am

    Der Satz mit dem „immer tun“ und dem bisher Erreichten ist super. Und Prioritäten klären, tja, wem sagst du das!? Aber eine schöne Motivation. Danke für den Artikel!

    • Katja Graumann Mai 31, 2017, 10:36 am

      Danke sehr Sabrina :)Und: wem sagst du das…es ist immer wieder aufs Neue die Komfortzone, die so bequem ist..kenn ich nur zu gut 🙂

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